
Distelfinken pflanzen
Seine Lieblingsspeise trägt er im Namen, der Carduelis carduelis. Carduus beschreibt die Gruppe der Disteln. Auf ihre Samen fliegt der Distelfink, der nach seinem Gesang auch Stieglitz genannt wird. Etwas mehr als 150 Nahrungspflanzen sind für diesen kleinen Vogel mit seinen auffälligen roten, weißen und gelben Farbzeichnungen bekannt.
Ganz oben auf der Liste mit dabei: die Wilde Karde (Dipsacus fullonum). Eine dieser hohen, wilden Saumpflanzen. Zweijährig, stachelig, mit ihren typischen Regenwasser-Reservoirs, die sich in der Mulde zwischen Stängel und wechselgegenständigen Blättern bilden. Ebenso faszinierend: Ihr eiförmiger Blütenstand, um den sich Ringe aus kleinen, zartrosa Einzelblüten legen.
Weil ich unbedingt Distelfinken in meinen Garten einladen wollte, beschloss ich, ihn zu pflanzen. Ganz so, wie es die Biologin und Naturgartenplanerin Ulrike Aufderheide in ihrem Buch „Tiere pflanzen“ anhand vieler Beispiele vorschlägt. In Magerbeet und Saum zog also die Wilde Karde ein.
Und dann? Kamen die Distelfinken!
Seither sind sie regelmäßig zu Besuch. Zupfen im Spätsommer die Samen aus den Wiesenflockenblumen (Centaurea jacea), inspizieren die hohen Bereiche des Blumen-Kräuter-Rasens und turnen akrobatisch durch den Saum, wo sie es besonders auf Wilde Karden und Wegwarten (Cichorium intybus) abgesehen haben. Eine wild gewachsene Distel auf Nachbars Gartenseite hatte es einem Stieglitz-Pärchen besonders angetan: Eifrig machten sie sich über ihre verblühten Blütenstände her, dass die flauschigen Flugorgane (Pappus), an deren Ende der ersehnte Samen (Achäne) hängt, nur so durch die Luft stoben.
Bestes Gartenkino dank wilder „Flower Power“, die auch im Herbst und Winter stehen bleibt.
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Christina Ullrich
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