
„Hedgelaying“ – das kannst Du knicken!
Wildgehölzhecken sind eines unserer wertvollsten Biotope. Insekten, Vögel und kleine Säugetiere finden in ihnen Nahrung und Verstecke. In ihrem Schutz baut z.B. der Zaunkönig, dieser kleine flinke Vogel mit dem aufgestellten Schwänzchen und der lauten Stimme, sein Nest.
Falter legen hier ihre Eier ab, Raupen fressen sich durch Blätter, Wildbienen finden z.B. mit der Kornelkirsche eine frühe Nahrungsquelle. Über die reifen Beeren freuen sich viele Singvögel, die über die ausgeschiedenen Samen die Sträucher verbreiten.
Mit einer Wildgehölzhecke haben wir einen wunderbaren Lebensraum geschaffen. Umso wichtiger ist es, ihn zu erhalten.
Biodiversitätsfördernde Pflege
Deswegen ist eine biodiversitätsfördernde Pflege, die wir in unseren naturnahen Flächen umzusetzen versuchen, so wichtig. Machen wir uns bewusst, dass wir Hand an einen Lebensraum legen.
Vergreist eine Wildgehölzhecke, dann können wir sie zur Verjüngung alternierend „auf den Stock setzen“. Die Sträucher also unten kappen, aber immer nur so wenige, dass genügend Pflanzen als Biotop erhalten bleiben.
Heckenlegen – „hedgelaying“
Eine andere Methode, die aus früherer Landwirtschaft kommt, ist das Heckenknicken oder „Hedgelaying“, wie es in Großbritannien genannt und kunstvoll praktiziert wird. Dort, wo Hecken zum Einhegen von Weideland genutzt wurden, wurden sie traditionell geknickt, mit Pflöcken versehen und die umgeknickten Sträucher miteinander verflochten. Auf diese Weise blieb die Umzäunung erhalten, und gleichzeitig trieben die Sträucher bereits im nächsten Frühling wieder senkrecht nach oben aus. Anregungen und Ideen findet man z.B. auf der Website der britischen National Hedgelaying Society.
Knicken oder legen wir Wildgehölzhecken, erhalten und verjüngen wir ein Biotop. Ganz nebenbei entfällt das Herausziehen und der Abtransport des Heckenschnitts. Ein echtes Argument für öffentliche Grünpflege.
Ist das nicht eine schöne, einen Lebensraum erhaltende Kulturtechnik? Das kannst Du echt knicken!
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Christina Ullrich
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